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Klartext · Sichtbarkeit und Kanäle

GEO: Wie Marken in ChatGPT und Perplexity auftauchen

Ob deine Marke in einer KI-Antwort auftaucht, entscheidet sich an drei Dingen. Ob deine Fakten irgendwo stehen, wo das Modell sie findet. Ob sie so formuliert sind, dass man sie zitieren kann. Und ob andere über dich schreiben.

  • 6 Minuten Lesezeit
  • Von Marc-Michael Schoberer
Marc-Michael Schoberer vor blauem Himmel
Die drei Bedingungen

Der größte Hebel steht schon auf deiner Website

78%

aller Quellen, die in KI-Antworten über Marken herangezogen werden, stammen von der Website der Marke selbst.

Heißt: Der Ort, an dem du am meisten bewegen kannst, gehört dir bereits.

Woran es sich entscheidet

01

Deine Fakten stehen dort, wo ein Modell sie findet

Nicht über zwölf Seiten verteilt, nicht nur im PDF, nicht nur in der Grafik. Im Text, an einer Stelle.

02

Sie sind so formuliert, dass man sie zitieren kann

Ein Modell zitiert keine Rankings, es zitiert Passagen. Zwei bis vier Sätze, eigenständig lesbar.

03

Andere schreiben über dich

Der Teil, den du nicht kaufen kannst. Und zugleich der zweitgrößte Hebel überhaupt.

Die unbequeme Zahl

Marken werden ungefähr in dem Maß genannt, in dem sie bekannt sind

Der zweitgrößte Hebel ist keiner, den du kaufen kannst. Anteil der Antworten, in denen eine Marke überhaupt genannt wird, nach Bekanntheitsgrad.

Globale Konzerne

Namen, die auch der Nachbar kennt
73%

Etablierte Marken im Mittelfeld

Bekannt in der Branche, nicht darüber hinaus
44%

Nischenmarken

Der Ausgangspunkt der meisten Mittelständler
11%

Zwischen den Stufen liegen jeweils rund 30 Prozentpunkte. Wer aus der dritten Stufe kommt, gewinnt nicht mit Tricks. Aber 11 Prozent sind auch nicht null, und der Weg in die zweite Stufe ist Arbeit, keine Magie.

Auswertung von über 100.000 Antworten zu mehr als 100 Marken, März bis Mai 2026, erhoben über ChatGPT, Claude, Perplexity und Gemini.

Zwei Wege

Wie eine KI-Antwort überhaupt entsteht

Zwei Wege, und sie funktionieren völlig unterschiedlich. Nur einer davon lässt sich beeinflussen.

01

Aus dem Training

Das Modell hat beim Training Texte gesehen, in denen deine Marke vorkam, und gibt aus diesem verdichteten Wissen Auskunft.

Dein EinflussKurzfristig null

Was drin ist, bleibt bis zum nächsten Modell. Was nicht drin ist, kommt so schnell nicht rein.

02

Aus dem Abruf

Das System sucht während der Anfrage im Netz, liest eine Handvoll Seiten und baut daraus die Antwort.

Dein EinflussHier entscheidet sich alles

Wirkung in Tagen statt in Modellgenerationen.

Deine Aufgabe ist nicht, das Modell zu überzeugen. Deine Aufgabe ist, die beste abrufbare Quelle zu der Frage zu sein, bei der du genannt werden willst.

Bestandsaufnahme

Was bleibt und was sich ändert

GEO ist keine neue Disziplin, sondern eine verschobene Zieleinheit. Wer das trennt, spart sich viel Geld für Beratung.

Bleibt

  • Erreichbare Seiten
  • Saubere Struktur
  • Echte Substanz
  • Erwähnungen von außen

Wer SEO ordentlich gemacht hat, startet nicht bei null. Das ist die gute Nachricht, und sie wird von allen unterschlagen, die dir GEO gerade als komplett neue Disziplin verkaufen.

Ändert sich

Die Zieleinheit ist nicht mehr die Seite, sondern der Absatz

Ein Modell zitiert keine Rankings, es zitiert Passagen. Ein Text, der die Antwort in Zeile drei liefert, wird zitiert. Ein Text, der die Antwort nach 600 Wörtern Hinführung liefert, wird nicht zitiert. Auch wenn er besser ist.

Der Klick ist nicht mehr das Ziel

Rund 60 Prozent aller Suchen enden heute schon ohne Klick. Erscheint eine KI-Zusammenfassung, klicken nur noch 8 Prozent auf ein klassisches Ergebnis, ohne Zusammenfassung sind es 15. Die Nennung selbst ist der Wert. Wer weiter nur Sitzungen zählt, misst eine Welt, die gerade verschwindet.

4,4x

so viel wert ist ein Besucher aus der KI-Suche im Vergleich zu einem klassischen organischen Besucher. Plausibel, weil die Person die Orientierungsphase hinter sich hat, wenn sie klickt.

Die Arbeitsliste

Was konkret zu tun ist

Vier Maßnahmen. Keine davon ist neu, drei davon macht kaum jemand konsequent.

01

Fakten an einer Stelle bündeln

Preise, Leistungen, Standorte, Zuständigkeiten, Zahlen. Nicht über zwölf Seiten verteilt. Nicht nur im PDF. Nicht nur in der Grafik.

Wenn ein Modell deinen Preis nicht im Text findet, nimmt es den vom Wettbewerb.

02

Fragen als Überschriften, Antwort direkt darunter

Zwei bis vier Sätze, eigenständig lesbar, ohne Rückbezug auf den Absatz davor. Das ist die Form, die zitiert wird.

Dieser Beitrag ist genau so gebaut, kannst du gern überprüfen.

03

Strukturierte Daten setzen

Organization, Person, Product, FAQPage. Ersetzt keinen guten Text, macht aber eindeutig, worüber du überhaupt sprichst.

Entitätenklarheit ist bei Modellen wichtiger als bei Google, weil sie ohne sie raten.

04

Außerhalb der eigenen Seite vorkommen

Unter den fremden Quellen führt YouTube, dann Reddit, dann journalistische Medien. Das wirksamste Einzelformat sind Vergleichslisten, also die klassischen Bestenlisten. Sie stellen rund 21 Prozent aller Zitationen.

Wer in den relevanten Listen seiner Branche fehlt, fehlt in einem Fünftel aller Antworten.

Messung

Wie du misst, ob es wirkt

Rankings helfen hier nicht. Was funktioniert, ist unspektakulär und kostet vor allem Disziplin.

01

Feste Promptsets

Zwanzig bis fünfzig Fragen, die deine Kunden wirklich stellen würden. Immer dieselben, monatlich, über mehrere Systeme.

02

Nennungsquote statt Position

In wie viel Prozent der Antworten kommst du vor? Das ist die Kennzahl. Nicht auf welchem Platz. Ob überhaupt.

03

Quellen mitschreiben

Welche Seiten werden zitiert, wenn deine Marke genannt wird? Das ist die Liste, an der du arbeitest.

Was ich tun würde

Ich würde nichts Neues bauen

Das ist meine unbequemste Aussage zu diesem Thema, weil sie das Gegenteil von dem ist, was gerade verkauft wird.

In den meisten Unternehmen, in die ich komme, liegen die Antworten längst vor. Sie stehen im Vertriebsdeck, in der Angebotsvorlage, in den Mails, die der Support täglich schreibt. Sie stehen nur nirgends dort, wo ein Modell sie findet.

Erster Schritt ist deshalb kein Contentplan. Erster Schritt ist eine Inventur: Welche zwanzig Fragen stellen unsere Kunden vor dem Kauf, und wo genau auf unserer Website steht die Antwort?

Marketing muss selten neu gemacht werden. Es muss besser zusammengesetzt werden.
Bei GEO gilt das noch stärker als sonst. In neun von zehn Fällen lautet der Befund: Substanz da, Verknüpfung fehlt.

Der zweite Schritt ist unangenehmer. Wer bei den zwanzig Fragen ehrlich ist, stößt auf welche, die das Unternehmen selbst nicht sauber beantworten kann. Was unterscheidet uns wirklich? Für wen sind wir nicht die richtige Wahl? Was kostet es?

Das sind keine Textfragen. Das sind Führungsfragen. Und solange die intern offen sind, schließt sie extern kein Text der Welt.

Ein Wort noch zu den Zahlen weiter oben. Der Markt ist neu und die Datenlage dünn. Die Größenordnungen sind belastbar, die Nachkommastellen nicht. Wer dir hier exakte Prognosen verkauft, verkauft dir etwas anderes.

Nachgefragt

Häufige Fragen

Was mir zu GEO und Sichtbarkeit in KI-Antworten am häufigsten gestellt wird.

Teilweise. Technische Grundlage gleich, Zieleinheit nicht. SEO optimiert Seiten für Platzierungen, GEO optimiert Passagen für Zitate. Wer SEO gut gemacht hat, ergänzt. Er ersetzt nicht.

Meistens nicht. In der Regel reicht es, die Antwort nach oben zu ziehen, Überschriften als Fragen zu formulieren und Fakten an einer Stelle zu bündeln. Umbau, kein Neubau.

Bei abrufbasierten Systemen wie Perplexity oder der Websuche in ChatGPT können Änderungen in Tagen bis Wochen ankommen. Was im Trainingswissen steckt, ändert sich erst mit einer neuen Modellgeneration.

Ja. Über feste Promptsets, regelmäßig abgefragt, und über spezialisierte Werkzeuge. Wichtig ist, dass die Fragen konstant bleiben. Sonst vergleichst du Äpfel mit Birnen.

Beides. Der Anteil ist für die meisten Mittelständler heute klein, wächst aber schnell, und die Besucher sind deutlich kaufbereiter als klassischer Suchverkehr. Wer jetzt aufräumt, zahlt einen niedrigen Preis für einen Vorsprung, der später teuer wird.

Quellen der Zahlen

  • Nennungsquoten nach Markengröße, Anteil der eigenen Website an Zitationen, Bedeutung von Bestenlisten, Schwankung der Tonalität: Kumar, Generative Engine Optimization at Scale, arXiv 2606.20065, Juni 2026. Über 100.000 Antworten zu mehr als 100 Marken, März bis Mai 2026, erhoben über ChatGPT, Claude, Perplexity und Gemini. Die Daten stammen aus einem kommerziellen Monitoring-Werkzeug, das Ergebnis ist also nicht unabhängig.
  • Zero-Click-Anteil von rund 60 Prozent: Bain & Company, 2025
  • Klickrate mit und ohne KI-Zusammenfassung, 8 gegenüber 15 Prozent: Pew Research, 2025
  • Wert eines Besuchers aus KI-Suche, Faktor 4,4: Semrush, 2025
  • Verteilung der von ChatGPT zitierten Quellentypen: Semrush, 2025

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