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Klartext · Führung und Entscheidung

Was kostet ein Fractional CMO?

Wenn ich als dein Fractional CMO arbeite, kostet dich das 1.000 bis 1.600 Euro am Tag. Als laufendes Mandat gibt es drei Formen: Sparring für 2.500 Euro im Monat, ein begleitendes Mandat für 6.000 bis 10.000 Euro und ein volles Mandat ab 15.000 Euro.

  • 6 Minuten Lesezeit
  • Von Marc-Michael Schoberer
Marc-Michael Schoberer am Schreibtisch
Preise

Der Tagessatz und drei Formen von Mandat

Das ist die kurze Antwort. Die lange ist interessanter, weil die Preisfrage selten die eigentliche Frage ist. Wer wissen will, was ein Fractional CMO kostet, will meistens wissen, ob sich das gegenüber den Alternativen rechnet.

Tagessatz

1.000 bis 1.600 Euro

Sinnvoll, wenn der Auftrag klar umrissen ist: eine Analyse, ein Workshop, die Begleitung einer Agenturauswahl. Du kaufst Arbeitstage, keine Verantwortung.

Für alles, was länger läuft, ist ein Mandat der ehrlichere Weg. Führung lässt sich schlecht in Tagen abrechnen, weil die Arbeit nicht an den Tagen hängt, an denen ich da bin, sondern an den Entscheidungen dazwischen.

Sparring

2.500 Euro im Monat

Wöchentlicher Call, WhatsApp unter der Woche, Zweitmeinung bei Entscheidungen. Kein Mandat im eigentlichen Sinn. Du führst, ich denke mit und widerspreche. Der Preis hängt an der Verfügbarkeit, nicht an Arbeitstagen.

Begleitendes Mandat

6.000 bis 10.000 Euro im Monat

Drei bis fünf Tage vor Ort oder in Calls, dazu Erreichbarkeit dazwischen. Ich führe dein bestehendes Team, steuere Agenturen und Freelancer, setze Prioritäten und sitze in euren Runden. Das ist der Normalfall.

Volles Mandat

ab 15.000 Euro im Monat

Ich bin dein Marketingchef, nicht dein Berater. Vier Dinge unterscheiden das vom begleitenden Mandat.

Was das volle Mandat ausmacht

  1. BudgetDu gibst mir einen Rahmen, innerhalb dessen ich über die Verteilung entscheide. Ich lasse mir nicht jede Umschichtung einzeln freigeben.
  2. TeamIch verantworte die fachliche Führung des Marketingteams und begleite dich bei Aufbau, Besetzung und Entwicklung. Die arbeitsrechtlichen Entscheidungen triffst du.
  3. BerichtslinieIch berichte direkt an Geschäftsführung, Gesellschafter oder Beirat und stehe dort für die Marketingergebnisse Rede und Antwort.
  4. ZielverantwortungDu misst mich an Zahlen, nicht an Empfehlungen. Das ist der Punkt, an dem sich ein Mandat von einer Beratung unterscheidet.

Wenn einer dieser vier Punkte nicht gilt, ist es kein volles Mandat, sondern ein teures begleitendes. Dann nimm lieber die günstigere Form.

Preistreiber

Was den Preis nach oben oder unten bewegt

Vier Faktoren, in dieser Reihenfolge.

01Der UmfangZwei Tage im Monat oder acht. Das ist der größte Hebel und der einzige, der sich linear rechnet.
02Die PhaseEin Unternehmen, das gerade von 5 auf 25 Millionen skaliert, braucht mehr Präsenz als eines, das eine stabile Position verteidigt. Umbruch kostet mehr als Steuerung.
03Die AufgabenStrategie und Sparring sind das eine. Ein Team führen, Agenturen steuern, Budgets verantworten und in Gesellschafterrunden Rede und Antwort stehen ist das andere.
04Die VerantwortungstiefeBerate ich oder entscheide ich? Das ist der Unterschied zwischen einem guten Rat und einem Ergebnis, an dem man mich messen kann. Der zweite Fall ist teurer, und das zu Recht.
Der Vergleich

Zwölf Monate, drei Wege

Die interessante Zahl ist nicht mein Preis, sondern der Preis der Alternativen. Alle drei Wege auf zwölf Monate gerechnet.

Marketingleiter fest anstellen

135.000 bis 160.000 Euro

Startklar in
3 bis 6 Monate
Was du bekommst
Eine Person, volle Zeit, volles Risiko

Agentur beauftragen

24.000 bis 180.000 Euro

Startklar in
2 bis 6 Wochen
Was du bekommst
Ein Team, Umsetzung, keine Führung

Fractional CMO

30.000 bis 240.000 Euro

Startklar in
1 bis 3 Wochen
Was du bekommst
Führung und Erfahrung, geteilte Zeit

Zur Einordnung: Das mittlere Gehalt für einen Marketingleiter in Deutschland liegt bei rund 125.000 Euro im Jahr, dazu kommen gut 22 Prozent Lohnnebenkosten. Was in keiner Tabelle steht: Die Stelle ist selten unter drei bis sechs Monaten besetzt, und wenn die Besetzung nicht passt, hängst du bis zum Ende der Kündigungsfrist daran.

Bei der Agentur ist der Haken kein Preishaken. Eine Agentur macht Umsetzung. Sie kann dir hervorragende Kanäle bauen und trotzdem nichts an deinem Problem ändern, wenn dein Problem Führung heißt.

Die naheliegende Frage

Warum das obere Ende über einer Festanstellung liegen kann

Warum sollte ich für geteilte Zeit mehr zahlen als für eine volle Stelle? Drei Gründe. Und wenn keiner davon zutrifft, stell jemanden ein.

01

Der Umfang ist größer als eine Stelle

In vielen Mandaten decke ich ab, wofür sonst zwei oder drei Rollen nötig wären: Strategie, Teamführung, Agentursteuerung, Media. Eine Person, die das alles kann, findest du am Markt selten, und wenn, dann nicht zu 125.000 Euro.

Dazu kommt etwas, das in keiner Stellenbeschreibung für Marketingleiter steht: Ich war selbst Geschäftsführer. Ich denke nicht nur in Kanälen, sondern in Zahlen, Prozessen und Personal. Genau daran scheitern die meisten Marketingleiter im Mittelstand: nicht am Marketing, sondern daran, dass sie in der Geschäftsführungsrunde nicht mitreden können.

02

Es ist eine Phase, keine Dauerlösung

Relaunch, Turnaround, Markteintritt. Situationen, in denen Geschwindigkeit über das Ergebnis entscheidet und niemand sechs Monate auf eine Besetzung warten kann. Dafür zahlt man einen Aufschlag, so wie man für einen Notfalltermin mehr zahlt als für die Vorsorge.

03

Es entsteht keine Bindung

Kein Recruiting, keine Einarbeitung, keine Abfindung, kein Fehlbesetzungsrisiko. Das ist kein weicher Vorteil. Eine Fehlbesetzung auf Leitungsebene kostet leicht ein Jahresgehalt, bevor sie überhaupt bemerkt wird.

Aus einem Mandat

Ein Beispiel, was dabei herauskommen kann

ZeroMouse, eine D2C-Marke, die bereits verkaufte, aber nicht skalierte.

Monatsumsatz vorher

80.000 €

Monatsumsatz nach sechs Monaten

450.000 €

Der Anteil, den ich daran habe, war kein genialer Kanal und kein neues Werbekonto. Ich habe das Team geführt, Prioritäten gesetzt und die Teile zusammengebracht, die vorher nebeneinanderher liefen. Marketing lief dabei fast nebenbei mit.

Das ist ausdrücklich kein Versprechen. Ein solcher Verlauf setzt ein Produkt voraus, das trägt, ein Team, das umsetzen kann, und einen Markt, der Luft hat. Fehlt eines davon, ändert auch gute Führung wenig.

Aber er zeigt, woran die Rechnung am Ende hängt: nicht am Honorar, sondern daran, was ohne Führung liegen bleibt.

Ehrlich bleiben

Wann sich ein Fractional CMO nicht lohnt

Drei Fälle, in denen ich abrate.

  • Es gibt niemanden, der umsetztIch führe Marketing, ich bin nicht das Marketing. Ohne Team oder mindestens eine Agentur führe ich ins Leere. Dann ist dein erster Schritt eine Einstellung, nicht ein Mandat.
  • Es gibt kein Budget für die MaßnahmenEin Mandat, das 4.000 Euro im Monat kostet und 2.000 Euro Mediabudget steuert, ist eine teure Art, sich beraten zu lassen. Meine Faustregel: Mein Honorar sollte deutlich kleiner sein als das Budget, über das ich entscheide.
  • Die Frage ist eigentlich eine ProduktfrageWenn das Angebot nicht trägt, macht Marketing es sichtbar, nicht besser. Das ist die unangenehmste Diagnose, die ich stelle, und ich stelle sie öfter, als mir lieb ist.
Meine Empfehlung

Was ich tun würde

Ich würde nicht mit dem Preis anfangen, sondern mit einer Frage: Fehlt dir Umsetzung oder fehlt dir Führung?

Fehlt Umsetzung, nimm eine Agentur oder stelle jemanden ein. Das ist günstiger und schneller, als es dir irgendjemand verkaufen will.

Fehlt Führung, dann kauf keine zusätzliche Umsetzung. Das ist der teuerste Fehler, den ich regelmäßig sehe: Ein Unternehmen merkt, dass Marketing nicht liefert, und bucht noch eine Agentur dazu. Danach gibt es drei Dienstleister, die alle ihr eigenes Ding machen, und niemanden, der sie zusammenbindet.

Marketing muss nicht neu gemacht werden. Es muss besser zusammengesetzt werden.
In neun von zehn Fällen die richtige Antwort

In den meisten Unternehmen, in die ich komme, ist nicht das Einzelne schlecht. Die Kanäle laufen, die Inhalte sind ordentlich, das Team ist fähig. Was fehlt, ist die Verknüpfung.

Das kostet weniger, als alle denken, und es tut mehr weh, weil es voraussetzt, dass jemand unangenehme Fragen stellt und beantwortet bekommt. Manchmal lautet die Antwort, dass sich nicht das Marketing ändern muss, sondern die Art, wie im Unternehmen entschieden wird.

Wenn du damit rechnest, lohnt sich das Gespräch. Wenn du schöne Antworten suchst, gibt es günstigere Anbieter.

Nachgefragt

Häufige Fragen

Was mir zum Thema Preis am häufigsten gestellt wird.

Sinnvoll sind sechs bis zwölf Monate. Darunter reicht die Zeit nicht, um Wirkung von Zufall zu unterscheiden. Darüber solltest du dir die Frage stellen, ob nicht längst jemand fest an Bord gehört.

In den meisten Fällen ja, weil du Zeit kaufst und keine Vollzeitstelle. Der eigentliche Unterschied ist aber nicht der Preis, sondern das Risiko. Ein Mandat lässt sich beenden, eine Fehlbesetzung nicht.

Dann hört es auf. Ich arbeite mit klaren Kündigungsfristen und ohne Mindestlaufzeiten, die niemandem außer mir nützen.

Ja. Das Sparring für 2.500 Euro im Monat ist genau dafür da. Viele Mandate haben so angefangen, manche sind dabei geblieben.

Nichts. Ein Kennenlernen dauert dreißig Minuten und endet entweder mit einem Vorschlag oder mit einer ehrlichen Absage.

Quellen der Zahlen

  • Gehalt Marketingleiter Deutschland: gehalt.de, Median 125.288 Euro jährlich, unter 100 Mitarbeitern 9.056 Euro monatlich, 101 bis 1.000 Mitarbeiter 10.411 Euro monatlich
  • Lohnnebenkosten Arbeitgeber: sevdesk, rund 21 bis 22 Prozent, mit allen Umlagen 22,5 bis 26,5 Prozent
  • Agenturpreise Deutschland: Angaben von Agenturen selbst, Mittelstand 2.000 bis 5.000 Euro monatlich, Premium 6.000 bis 15.000 Euro, Stundensätze 70 bis 200 Euro

Rechnet sich das für dich?

Dreißig Minuten, in denen wir ehrlich durchgehen, ob dir Umsetzung fehlt oder Führung. Am Ende steht ein Vorschlag oder eine Absage.

Kostenlos und unverbindlich. Keine Präsentation, kein Verkaufsgespräch.